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Literaturkurs 10. Jahrgang der Kopernikus-Oberschule, Berlin-Steglitz | |
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Früh am Morgen hörte Jasmin, wie jemand schrie. Sie kroch verschlafen aus dem Unterschlupf heraus, um nachzuschauen, wer das gewesen war. Als sie sich draußen aufrichtete, kam Eve laut heulend an ihr vorbeigerannt. Sie lief so schnell, daß Jasmin nicht wußte, was sie davon halten sollte.
Inzwischen waren auch Jay und Maria dazugekommen. Maria sah sich entrüstet um, stemmte die Arme in die Seiten und sagte in anklagendem Ton: "Na, faulenzt ihr schön? Ihr seid doch heute dran, Früchte zu besorgen oder irre ich mich. Wir haben doch einen Dienstplan erstellt. Das machen wir doch nicht umsonst! Es soll doch alles ein bißchen organisiert ablaufen! Und ihr sitzt nur rum und macht euch einen schönen Tag!" Sie gingen langsam in Richtung Landesinnere, um im Wald die tägliche Portion Früchte und Beeren zu sammeln. Auf dem täglichen Speiseplan der Mädchen standen Bananen, Mangofrüchte, jede Menge Beeren und ab und zu mal Fisch. Dazu gab es klares Wasser aus dem kleinen Bach, der sich durch einen Felsenschlitz seinen Weg ins Meer suchte. Diese Ernährung war sicherlich sehr gesund und vitaminreich, aber nach fast drei Monaten hing sie den Mädchen langsam aber sicher zum Halse heraus. Was hätten sie für einen schönen, fetttriefenden Hamburger, einen Döner Kebap, eine knusprige Pizza Salami oder eine Portion Pommes mit Mayo gegeben, dazu eventuell eine eiskalte Coke! Wahnsinn! Allein der Gedanke ließ ihnen das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Dennoch wurden sie von diesen Gedanken nicht satt, sie bekamen trotzdem jeden Tag Hunger und den stillten sie mit ihren "Banana-Burgern" oder "Mango-Pommes", kleingeschnetzelte Mangostreifen mit rotem Saft bekleckert. Am nächsten Tag machten sich alle auf daran, Holz zu sammeln. Gegen Mittag hatten sie genug Material und legten es so an den Strand, daß man von oben deutlich SOS lesen konnte. Alle freuten sich über diese gemeinsame Aktion. Nach etwa einer Woche schwanden ihre Hoffnungen, daß sie bald von einem Flugzeug gefunden werden würden. Die Mädchen waren enttäuscht, obwohl sie wußten, daß die Chance gerettet zu werden sehr gering war. Kim schlug vor, täglich Holz zu sammeln und anzuzünden. Sie machten sich also an die Arbeit, jeden Tag Holz zu sammeln, um es dann abzubrennen, in der Hoffnung, daß ein Flugzeug oder ein Schiff die Rauchfahne sehen würden. So vergingen drei lange Wochen. Eines Nachmittags betrat Jasmin den Unterschlupf, als sie Eve sah, die völlig verstört weinend dasaß. Jasmin versuchte zu erfahren, was sie hatte. Es war aber nichts zu machen. Eve saß nur da, weinte und reagierte nicht. Aber das sollte sie schon kurze Zeit später sehr bereuen. |
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